Web 2.0- Süß und bitter zugleich

Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir brauchen die Gesellschaft Anderer um zufrieden zu sein, wollen zu gewissen Gruppen dazugehören und streben nach der Anerkennung unserer Gruppenmitglieder.

The need to belong ist tief in unserer Geschichte verankert. Das der Mensch ein soziales Wesen geworden ist, hat sicherlich verschiedene Gründe. Aus evolutionärer Sicht hängt es damit zusammen, dass der Mensch früher einen erheblichen Überlebensvorteil hatte, wenn er sich mit anderen zusammen getan hat. Unserer sozialen Ahnen hatten es früher viel einfacher zu überleben, denn sie konnten sich ihre Arbeit teilen und sich gemeinsam vor Gefahren schützen. Deswegen haben sich die sozialen Menschen in größerer Anzahl fortgepflanzt, während die Einzelgänger mit der Zeit ausgestorben sind. Dies ist der Grund warum wir es heute lieben mit anderen zusammen zu sein, mit ihnen zusammen Spaß haben und in Gruppen leben.

Aber wie das oft so ist, hat alles Gute auch eine Schattenseite. Die bittere Kehrseite am sozialen Genuss ist die Einsamkeit. Wir Menschen mögen es nicht von anderen isoliert zu sein, ganz im Gegenteil: Wir brauchen den Kontakt zu ihnen. Studien belegen, dass das Immunsystem schlechter arbeitet, wenn man alleine ist und dass Menschen im Alter schneller krank werden und eher psychische Auffälligkeiten zeigen, wenn sie über lange Zeit isoliert leben. Man konnte sogar feststellen, dass beim Menschen Gehirnareale aktiviert sind, wenn sie von anderen ausgeschlossen werden, die vergleichbar sind mit den Arealen, die bei einer Schmerzerfahrung aktiv werden. Es tut also im wahrsten Sinne des Wortes weh von anderen ausgeschlossen zu werden.

Soziale Netzwerke schließen genau an diesem Bedürfnis des Menschen an. Wann immer man will, kann man in Kontakt mit anderen treten, selbst wenn man zuhause alleine auf dem Sofa sitzt. Facebook ermöglicht es immer über Freunde auf dem Laufenden zu sein und man selbst kann wichtige Ereignisse kundtun und sie von anderen liken lassen. So wird auch das Bedürfnis nach Anerkennung befriedigt. Nicht zu Unrecht spricht man von online communities. Online hat sich eine zweite soziale Welt aufgebaut, die es sicherlich erlaubt gewisse Bedürfnisse online zu befriedigen aber zugleich auch die Möglichkeiten der Ausgrenzung erhöhen. Fehlende likes sind gleichzusetzen mit Desinteresse. Das Problem bei online Kommunikationen ist, dass das Gegenüber solche negativen Schlussfolgerungen nicht wahrnehmen kann und somit nicht durch zusätzliche Kommunikation ausgleichen oder richtig stellen kann. Das ist bei einer face to face Kommunikation viel einfacher.

Das Web 2.0 spricht also tiefgreifende Bedürfnisse des Menschen an, was sich positiv aber sicherlich auch negativ auswirken kann.

In jedem Fall sollten Unternehmen die Chancen erkennen, die sich durch soziale Netzwerke ergeben. Es ist ein einfacher Weg andere an den Neuigkeiten des Unternehmens teilhaben zu lassen und erhöht sogar das Zugehörigkeitsgefühl von Kunden zum Unternehmen.

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