Depression und Ernährung- Sponsored Post

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“Man ist was man isst” – dieser Leitspruch entspricht einer weit verbreiteten Meinung. Aber ist es auch wissenschaftlich erwiesen, dass eine besondere Ernährung gegen Depressionen hilft?
Bekannt ist, dass aus Aminosäuren, Vitaminen und Mineralstoffen sogenannte Neurotransmitter wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin gebildet werden, also Transmitter, welche nachweisbar einen Einfluss auf Depressionen oder Angsterkrankungen haben.
Die sogenannte orthomolekulare Medizin – wissenschaftlich nicht immer unumstritten – setzt eben hier an. Empfohlen wird bei depressiven Erkrankungen z.B. die Einnahme von folgenden Mineralstoffen:

Magnesium (der “Antistress-Mikronährstoff”, enthalten z.B. in Bananen, Kartoffeln, Brokkoli, Spinat)
Selen (kommt insbesondere in Fleisch-Innereien (z.B. Leber), Meeresfrüchten, Käse, Hülsenfrüchten und Paranüssen vor)
Zink
EisenVon besonderer Bedeutung seien insbesondere die nachfolgend genannten Vitamine:
B1 (Thiamin) (enthalten in Schweinefleisch, Fisch (Thunfisch, Scholle), Hülsenfrüchten, Kartoffeln)
B2 (Roboflavin) (Leber, Fisch (Aal, Makrele), Grünkohl, Erbsen, Brokkoli, Vollkornweizen)
B6 (Pyridoxin) (Hühnerfleisch, Fisch (Thunfisch, Lachs, Hering), Grüne Bohnen, Vollkornprodukte, Nüsse, Bananen, Avocados, Weißbier)
B12 (Cobalamin) (Fleisch, Fisch, Milch) 
Folsäure (Vitamin B9 (Spinat, Spargel, Weizenkeime, Leber, weiße Bohnen, Honigmelone)).

 

Insbesondere die Vitamine B1 und B6 gelten als sehr wichtig für die Bildung von Serotonin und Noradrenalin. In diesem Zusammenhang wird auch immer wieder die Aminosäure Tryptophan genannt. Diese gilt als “Vorläufermolekül” von Serotonin. Besonders tryptophanhaltig sind Nüsse, Samen und Keime (Cashewnüsse, Sonnenblumenkerne, Weizenkeime) (vgl. hierzu auch Kugler 2007).
Als wissenschaftlich erwiesen gilt, dass Omega-3-Fettsäuren (kommt insbesondere in Fisch (Lachs, Makrele), Rapsöl aber auch in Leinsamen vor) das Risiko senken, an einer Depression zu erkranken (vgl. dazu Sánchez-Villegas et al. 2009).
Irische Wissenschaftler haben – untersucht bei Ratten – zudem herausgefunden, dass probiotische Mikroorganismen einen mildernden Einfluss auf Depressionen haben können. Am Beispiel des Probiotikums Biobakterium infantis (siehe dazu auch http://www.vitalstoffmedizin.com/probiotika/bifidobacterium-infantis.html) wurde ermittelt, dass sich depressive Verhaltensweisen (ausgelöst durch die Trennung vom Muttertier) besserten, wenn diesen das entsprechende Probiotikum zugeführt wurde (Dinan et al. 2013).
Sehr interessant sind zudem Studien aus Japan und Österreich, deren Ergebnisse als Indiz dafür heranzuziehen sind, dass ein hoher Lithium-Gehalt im Trinkwasser die Suizidrate senkt. Obwohl die Lithium-Anreicherung im untersuchten Wasser im Vergleich zu einer “klassischen” Lithium-Therapie verschwindend gering war, so scheint Lithium auch in dieser geringen Dosierung demnach als eigenständiger Einflussfaktor auf Depressionen zu wirken (vgl. dazu Kapusta et al. 2011). Ein in Deutschland zu kaufendes Mineralwasser mit einem sehr hohen Lithium-Gehalt ist beispielsweise die “Bad Mergentheimer Karlsquelle”.
Betont wird jedoch auch, dass Lithium keinesfalls als Allheilmittel anzusehen ist, sondern dass für eine effektive Suizidprävention ein Bündel von unterschiedlichen Maßnahmen einzusetzen ist.
In diesem Sinne ist sicherlich die Einnahme von Nährstoffen gegen Depressionen und Angsterkrankungen im Allgemeinen zu sehen. Eine Therapie gegen Depressionen nur auf die Ernährung zu reduzieren wäre sicherlich fatal; aber es spricht natürlich nichts dagegen, das Bewusstsein für eine “depressionsmildernde” Ernährung zu schärfen und diese, neben den klassischen Therapieformen (wie z. B. Psychotherapie, Medikamente) in den Therapieplan zu integrieren.

Dinan, G. T.; Stanton, C.; Cryan, J.F. (2013): Psychobiotics: A Novel Class of Psychotropic. In: Biological Psychiatry , 74, 10
Kapusta, D. N.; Mossaheb, N.; Etzersdorfer, E.; Hlavin, G. Thau, K.; Willeit, M.; Praschak-Rieder, N.; Sonneck, G.; Leithner-Dziubas, K. (2011): Lithium in drinking water and suicide mortality, In: The British Journal of Psychiatry, 198, S.346-350
Kugler, H.-G. (2007): ” Orthomolekulare Medizin bei Depressionen. Hängt die Stimmung von der Mikronährstoffversorgung ab?”, In: Co.med, Fachmagazin für Komplementärmedizin, Heft 10 (vgl. auch: http://www.naturklinik.com/de/publikationen/2007/orthomolekulare-medizin-bei-depressionen.php)
Ohgami, H.; Terao, T.; Shiotsuki, I.; Ishii, N.; Iwata, N. (2009), Lithium levels in drinking water and risk of suicide. In: The British Journal of Psychiatry. 194 S.464-465
Sánchez-Villegas, A.; Delgado-Rodríguez, M.; Alonso, A.; Schlatter, J.; Lahortiga, F.; Serra Majem, L.; Martínez-González, M.A. (2009): “Association of the Mediterranean Dietary Pattern With the Incidence of Depression”, In: Arch Gen Psychiatry. 2009, 66(10), vgl. auch: http://archpsyc.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=210386

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