Was ist Selbstsabotage?

Was ist Selbstsabotage

Was ist Selbstsabotage?

Heute erzähle ich euch etwas über das Phänomen der Selbstsabotage. Wie es der Name schon vermuten lässt, geht es darum, dass wir uns bei dem Versuch ein Ziel zu erreichen, selbst Steine in den Weg legen. Warum tun wir das? Und wie können wir uns überhaupt selbst sabotieren?

Stellt euch folgende Situation vor: Bei einem Studenten steht eine schwierige Klausur vor der Tür. Er weiß, dass viele Studenten aus dem letzten Jahr in demselben Kurs durchgefallen sind und nur sehr wenige, sehr intelligente Studenten die Klausur geschafft haben. Was glaubt ihr, wie der Betroffene sich fühlt, wenn er sein Bestes gibt, alle Ressourcen benutzt um sich bestmöglich vorzubereiten und die Klausur trotzdem nicht besteht? Er wäre wahrscheinlich ziemlich enttäuscht und unzufrieden mit sich.

Wie fühlt sich diese Person hingegen, wenn sie schon vor der Klausur merkt, dass sie nicht ihr Bestes gibt, ihre Möglichkeiten nicht ausschöpft und dann letzten Endes durch die Klausur fällt? Sie wird sich vielleicht ärgern, dass sie die Klausur nicht bestanden hat. Dennoch kennt sie einen guten Grund für ihr Versagen, denn sie hat sich einfach nicht gut genug vorbereitet.

Welchen Effekt hat Selbstsabotage?

Ihr gebt mir wahrscheinlich Recht, dass die letztere Person sich besser fühlen wird. Sie hat durch ihr Verhalten vorgesorgt. Weil sie von vornherein nicht ihr Bestmögliches probiert, um die Klausur zu schaffen, muss sie später auch weniger Entäuschung ertragen. Diejenigen, die sich wirklich anstrengen und ihr Ziel trotzdem nicht erreichen, machen sich dadurch verwundbar. Das Versagen kann nämlich keinen externen Gründen zugeschrieben werden, sondern muss vollkommen selbst verantwortet werden. Man muss sich nicht vor anderen rechtfertigen, sondern vor sich selbst. Man probiert herauszufinden warum man die Klausur nicht geschafft hat. Entweder hat man nicht die benötigten Voraussetzungen oder man hat sich einfach nicht genug angestrengt.

Nicht nur Studenten sabotieren sich selbst. Man kann dieses Phänomen auch im Sport finden. Es könnte sich zum Beispiel um einen Athleten handeln, der im Training nicht hundert Prozent gibt, damit er sein Versagen später besser rechtfertigen kann. Aber auch in allen anderen Gebieten unseres Lebens, in denen wir bestimmte Ziele erreichen wollen begegnen wir der Selbstsabotage.

Manche fragen sich jetzt vielleicht, wann sie das letzte Mal darüber nachgedacht haben, sich selbst zu sabotieren. Das lässt sich nicht so einfach feststellen, weil wir uns oft nicht darüber im Klaren sind, dass wir uns selbst sabotieren. Es handelt sich um einen unbewussten Prozess. Er wird also nicht von der Intention in Gang gesetzt, eine mögliche Ausrede für Versagen erschaffen zu wollen.

Selbstsabotage als Selbstschutz

Unser Selbstwertgefühl ist in Gefahr, wenn wir uns eingestehen müssen, dass wir wohl nicht das Zeug dazu haben unser gewünschtes Ziel zu erreichen. Selbstsabotage ist also eine Art des Selbstschutzes. Trotzdem ist es meiner Meinung nach eine paradoxe Art des Selbstschutzes, da man eigenen Erfolgen selbst im Weg steht, indem man für Gründe sorgt, die das Versagen rechtfertigen. Wahrscheinlich hätten wir viel häufiger Erfolge, wenn wir immer alles geben würden um unsere Ziele zu erreichen und die Gefahr in Kauf nehmen, dass unser Selbstwertgefühl einen kleinen Knacks erleidet.

Wie können wir Selbstsabotage vermeiden?

Den ersten Schritt um Selbstsabotage zu vermeiden haben wir bereits getan, denn wir wissen jetzt, dass es so etwas wie Selbstsabotage überhaupt gibt. Wenn ihr das nächste Mal ein bestimmtes Ziel erreichen wollt überlegt doch kurz ob es sein kann, dass ihr euch schon den einen oder anderen Grund zurechtgelegt habt, der euer mögliches Versagen im Fall der Fälle erklären könnte. Wenn ihr den ganzen Prozess der Selbstsabotage bewusst erlebt, wird es unwahrscheinlicher, dass er funktioniert.

Und was glaubt ihr, habt ihr euch vielleicht schon mal selbst sabotiert?

Wer noch mehr über das Thema wissen will, kann sich folgendes Buch anschauen: Gewonnen wird im Kopf, gestolpert auch!

1 Comment

  • Reply November 2, 2013

    Jakob

    Ich muss Dir Recht geben, dass die Bewusstwerdung ein erster wichtiger Schritt zur Besserung ist.
    Alldings sind Veränderungen immer mit Riskien verbunden. Ein natürliches System wie das System unseres Körpers sollte im Gleichgewicht bleiben um sich selbst zu erhalten. Änderungen sollten so langsam geschehen, dass Körper und Geist sich immer an eine Veränderung anpassen können, ohne die Systemstabilität zu gefährden.
    Außerdem denke ich ist neben der Bewusstwerdung auch ein Bewusstsein für die Gründe der Selbstsabortage notwendig. Du lieferst hier einige, gibt es weitere? Welche sind meine persönlichen Gründe? Wenn wir die Gründe für ein Verhalten das wir als schädlich nicht bewusst kennen, fällt eine bewusst gesteuerte Verhaltensänderung oft unnötig schwer. Meiner Vermutung nach ist viel Verhalten logisch begründbar, und dieses Begründen ist hilfreich für unsere Zielerreichung und Lebensgestaltung.

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