Was ist Attraktivität?

Innerhalb von wenigen Sekunden wissen wir ob wir unser Gegenüber attraktiv finden. Wir können andere Menschen leicht als attraktiv oder unattraktiv einschätzen, ohne lange nachdenken zu müssen. Wie machen wir das eigentlich? Was ist denn überhaupt schön und warum?

Wissenschaftler haben eine Reihe von Merkmalen gefunden, die Schönheit ausmachen. Bei Frauen werden Dinge wie volle Lippen, glatte und reine Haut, ein symmetrisches Gesicht und ein bestimmtes Verhältnis zwischen Hüfte und Taille (Sanduhrenform) als attraktiv empfunden. Zudem ist das Alter wichtig. Im Schnitt sind Frauen mit 23 Jahren am attraktivsten.

Bei Männern hingegen sind es Merkmale wie ausgeprägte Wangenknochen, volle Augenbrauen, markante Gesichtszüge sowie ein markanter Kiefer. Diese Merkmale werden auch Hormon Merkmale genannt. Männer werden im höheren Alter attraktiver wahrgenommen als in jungen Jahren.

Warum finden wir Menschen mit diesen Merkmalen attraktiv? Eine mögliche Erklärung ist evolutionärer Natur. Demzufolge sind Frauen, die eine sanduhrenförmige Figur haben fruchtbarer. Glatte Haut und Symmetrie werden mit Gesundheit verbunden. Männer, die sich vor vielen Jahren von dieser Art Frau angezogen fühlten, hatten also eine größere Chance auf Nachwuchs als Männer die an älteren, unfruchtbaren Frauen interessiert waren. Männer, die auf den ersten Typ Frau standen, pflanzten sich also fort, während der Typ Mann mit einer Vorliebe für eher unfruchtbare Frauen ausstarb. Demzufolge sind die heutigen Männer eher die Nachkommen der Männer, die ein Auge auf junge, fruchtbare Frauen geworfen haben. Deswegen wird der beschriebene Typ Frau von der Großzahl der Männer attraktiv gefunden.

Das Prinzip lässt sich auch auf den Mann beziehen. Markante Gesichtszüge und ein höheres Alter können mit einem hohen Status und Ressourcen verbunden werden. Kinder dieser Männer hatten eine höhere Überlebenschance. Die Väter mit sehr niedrigen Status könnten ihre Kinder nicht beschützen oder ihnen zu wenig bieten, sodass sie früher starben und sich nicht vermehren konnten.

Tatsächlich gibt es wissenschaftliche Studien, die diese Theorie unterstützen. So soll Gesichtssymmetrie tatsächlich mit Gesundheit, Sperma Qualität und Fruchtbarkeit im Zusammenhang stehen. Die Hormon Merkmale des Mannes hängen mit dem Testosteronlevel und seiner sozialen Dominanz zusammen. Bei Frauen hängt die Sanduhrenform mit Fruchtbarkeit zusammen und zudem sollen diese Frauen intelligentere Nachkömmlinge haben.

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